Eine florentinische Tragödie & Herzog Blaubarts Burg – Generalprobenbesuch an der Wiener Staatsoper
Am 30. September 2026 haben die Schüler*innen der 6a eine Generalprobe an der Wiener Staatsoper besucht. Auf dem Programm standen zwei außergewöhnliche Werke des frühen 20. Jahrhunderts: Alexander von Zemlinskys „Eine florentinische Tragödie“ und Béla Bartóks „Herzog Blaubarts Burg“.
Schon die ungewöhnliche Verbindung der beiden Einakter machte uns neugierig. Was zunächst wie zwei voneinander unabhängige Geschichten erscheint, wird in der Inszenierung von Vasily Barkhatov zu einer gemeinsamen Geschichte über Beziehungen, Nähe, Eifersucht, Geheimnisse und die Frage, wie gut wir einen Menschen tatsächlich kennen.
„Ich habe nicht gewusst, dass du so schön bist.“
„Ich habe nicht gewusst, dass du so stark bist.“
Diese beiden Sätze könnten dabei wie ein Schlüssel zum gesamten Opernabend verstanden werden. Sie beschreiben den Augenblick, in dem ein Mensch plötzlich eine bisher unbekannte Seite des anderen entdeckt. Gleichzeitig steckt darin etwas Nachdenkliches – vielleicht sogar Beunruhigendes. Denn wie gut kennen wir selbst die Menschen, die uns am nächsten stehen?
Auch musikalisch bot der Abend einen spannenden Kontrast. Zemlinskys spätromantische, farbenreiche Musik traf auf Bartóks geheimnisvolle und teilweise verstörende Klangwelt. Das Orchester wurde dabei zu einem wichtigen Erzähler und machte die inneren Spannungen der Figuren unmittelbar hörbar.
Die Inszenierung hat uns jedoch nicht völlig überzeugt. Die Entscheidung, zentrale Elemente wie die sieben Türen aus „Herzog Blaubarts Burg“ neu zu interpretieren hat für uns an Wirkung verloren und war teilweise auch unverständlich. Wir hätten auch lieber der Ouvertüre zur florentinischen Tragödie gelauscht als so viel Text zu lesen.
Insgesamt haben wir den Besuch aber als lohnend empfunden.
Prof.in Edwina Parzer