Der fliegende Holländer

Am 14. Oktober besuchte die Klasse 4E die Generalprobe von Richard Wagners Oper „Der fliegende Holländer“ im Theater an der Wien.

Die Inszenierung überraschte uns, denn sie unterschied sich deutlich von jener Fassung, die wir im Unterricht kennengelernt und besprochen hatten. Doch gerade diese ungewöhnliche Interpretation konnte uns von Anfang an fesseln und begeistern.

Besonders eindrucksvoll war es, die gewaltige Kraft der Musik live zu erleben. Ein Orchester und die beeindruckenden Stimmen der Sänger*innen unmittelbar auf der Bühne zu hören, ist eben etwas ganz anderes, als die Musik über die Stereoanlage im Klassenzimmer kennenzulernen.

Besonders spannend war die neue Deutung der Hauptfigur Senta. In der Inszenierung von Philipp Stölzl wird sie von ihrem Vater Daland an einen wohlhabenden, älteren Mann verschachert. Gegen diese Fremdbestimmung und die Aussicht auf ein Leben, das andere für sie vorgesehen haben, lehnt sie sich zunehmend auf. Immer mehr zieht sie sich aus der Realität zurück und flüchtet in ihre eigene Fantasiewelt. Während die Realität für sie immer unerträglicher wird und schließlich in einer tragischen Selbstzerstörung endet, erlebt sie in ihrer Vorstellung eine ganz andere Zukunft: Gemeinsam mit dem Holländer segelt sie auf ihrem „Traumschiff“ dem Sonnenuntergang entgegen. Dieser starke Kontrast zwischen der düsteren Wirklichkeit und der romantischen Traumwelt verleiht der bekannten Oper eine überraschend aktuelle und beklemmende Dimension.

In der Nachbereitung haben wir Zeitungskritiken gelesen und darüber diskutiert. Die ungewöhnliche Darstellung Sentas und die eigenwillige Interpretation der Oper boten reichlich Gesprächsstoff. Es war spannend, die Einschätzungen der Kritiker*innen mit unseren eigenen Eindrücken zu vergleichen.

Der Opernbesuch hat uns gezeigt, dass Oper sehr spannend sein kann.

Prof.in  Edwina Parzer

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