Vom 11.2.2026 bis 16.2.2026 besuchten Sabine Decker und Julia Felling-Wagner eine finnische Schule, um im Rahmen von Erasmus+ das finnische Schulsystem besser kennenzulernen.
Bei winterlichen -16 bis -26 Grad konnten wir erleben, wie die finnischen Schüler:innen und Lehrer:innen in Ivalo lernen und lehren.
Das Schulsystem unterscheidet sich fundamental von unserem. In Finnland ist es wichtig, keine Schüler:innen zurück zu lassen. Daher gibt es ein beeindruckend ausgiebiges Supportsystem.
So sind Schoolnurse, Sozialarbeiter, Schulpsychologen und Bildungsberater und Assistenzlehrer ein fixer Bestandteil des Personals und stehen ganzwöchig oder mehrmals die Woche zur Verfügung.
In ihrem Lernvermögen beeinträchtigte Kinder (ADHS,…) erhalten individuell Assistenzlehrer:innen, die in jeder Unterrichtsstunde unterstützend wirken. Schüler:innen, die mit dem Lehrstoff überfordert sind, erhalten zunächst Kleingruppenunterricht, dann sogar Einzelunterricht.
Lehrer:innen wirken durch diese unterstützenden Maßnahmen sehr entspannt. Auch auf in unseren Augen notwendige Disziplinierungen wirkt sich das aus. Diese sind tatsächlich kaum vorhanden, der Eigenverantwortung der Schüler:innen wird eine große Bedeutung zugemessen. Wer zuhört und mitmacht, arbeitet jede Stunde aktiv an seiner Note. Überprüfungen und Tests unterliegen kaum Regeln und werden oft im open book – Format abgehalten und ihr Beitrag zur Jahres- oder Semesternote ist nicht so groß wie bei uns. In jedem Fach gibt es jede Stunde Hausübung, die aber nicht nur bereits durchgenommenen Lehrstoff zum Inhalt hat.
Jede Stunde gibt es über die Kommunikationsplattform Vilma eine Rückmeldung zur Unterrichtsbeteiligung an die Eltern, auch die Ergebnisse der Überprüfungen werden so übermittelt.
Das Wahlfachsystem ermöglicht es individuellen Interessen nachzugehen. So konnten wir im Unterrichtsfach „Wilderness skills“ beobachten, wie Schüler Fische aus dem zugefrorenen Fluss holten und an Ort und Stelle töteten und ausnahmen.
Das 4 Jahre alte Schulgebäude besticht durch viel Licht, viel Holz und viele gemütliche Aufenthaltsbereiche für Schüler:innen und Lehrer:innen. Im ganzen Schulgebäude laufen Kinder mit Socken oder Hausschuhen herum, ein wenig wie daheim!
Nun gilt es herauszufinden, welche Lehren wir aus dem Aufenthalt ziehen, um den Lernerfolg unserer Schüler:innen zu erhöhen und unseren Beruf weniger fordernd für uns zu machen, ohne das Schulsystem umzukrempeln. Einiges wird hoffentlich möglich sein!
Prof.in Sabine Decker









