Gymnasium und Realgymnasium

Gottschalkgasse 21, 1110 Wien

 

Berlinreise der 7AC

Juni 2013 

 Bereits am Anfang des Schuljahres zeigten wir uns sehr begeistert von Professor Karners Vorschlag, eine (Kultur-)Reise in die Metropole Berlin zu unternehmen. Gesagt, getan – bereits kurze Zeit später waren mit der 7C und Professor Decker die idealen Partner für unseren Trip gefunden.

Nach zahlreichen Organisationsaufgaben, die es für unsere LehrerInnen zu bewältigen galt, war es am 3. Juni 2013 endlich so weit: Wir trafen uns früh morgens am Bahnhof Wien Meidling, von welchem aus unser Weg per Zug über die tschechische Republik en in das „Capital" des „großen Nachbarn" führte. Durch starke Unwetter bedingt, standen viele Städte und ganze Landstriche in Tschechien sowie in Deutschland unter Wasser – doch wir hatten keine Wahl und mussten all diese Gebiete im Schritttempo queren, was zu spektakulären Fotos, die aus dem Zuginneren gemacht wurden, führte. Jedoch verzögerte sich durch die drastische Reduzierung der Geschwindigkeit auch die geplante Ankunft. Doch wir wären nicht wir, hätten wir uns die Zugfahrt nicht amüsant gemacht.

Brandenburger Tor

Nach einer gefühlten Ewigkeit kamen wir eeendlich an – Berlin begrüßte uns mit strahlender Sonne, die wir angesichts des Wetters in Wien wenig überraschend, dankend empfingen. Schnell machten wir uns auf den Weg in unsere Unterkunft für die kommenden Tage – das Smarthostel Berlin, welches sich als modern eingerichtete und gepflegte Herberge mit freundlichem Personal und gutem Service in Toplage präsentierte.

Von Berlin-Wedding aus waren wir mit der U-Bahn schnell im Zentrum, dem historischen Stadtkern, in dem das Leben pulsiert. Wir erkundeten gemeinsam mit unseren Lehrkräften und eigens für uns engagierten Touristenführern die Stadt auf den Spuren des Nationalsozialismus und der DDR. Wir erfuhren viel über politische Entscheidungen, die in Berlin getroffen wurden und deren Ergebnisse bis heute leider weltbekannt sind.

ReichstagAn der Berliner Mauer konnten wir ebenso Impressionen sammeln wie auf der Kuppel des Reichstages, das Brandenburger Tor fungierte oft als Treffpunkt und beliebter Fotostopp. Die grünen Parkanlagen, das nur wenige Meter entfernte Holocaust-Denkmal sowie die Siegessäule sind lediglich einige der Highlights in diesem Quartier.
 Für mich war es ein unglaubliches Gefühl, dort zu stehen, wo vor etwas mehr als zwanzig Jahren noch eine Mauer verlief, an einem Punkt, an dem zwei völlig konträre Systeme mit Idealen, die unterschiedlicher hätten nicht sein können, aufeinander – oder besser gesagt, an eine Mauer – prallten.

Es war nur eine Frage der Zeit, bis diese anno 1961 vom DDR-Regime widerrechtlich errichtete Barrikade in sich stürzte. Die Mauer fiel nicht einfach so, die Mauer fiel aufgrund des besonderen Engagements und Einsatzes vieler Politiker und Bürger, die sich gegen das eigene System auflehnten und teilweise dafür mit ihrem Leben bezahlen mussten. So kann also beim berühmten „Kalten Krieg" keines Falls von keinem Blutvergießen gesprochen werden – ganz im Gegenteil, es fand alles nur in stillen Ecken klammheimlich statt. „Die DDR war ein Unrechtsstaat!", sprach unser selbst aus dem Osten Deutschlands stammender Guide.

Nachdem wir Erschreckendes und Skurriles über das alltägliche Leben in der Deutschen Demokratischen Republik erfahren haben, konnten wir uns nun von einem Turm aus einen Überblick über einen rekonstruierten Teil der Maueranlage verschaffen – unfassbar, was man sich einfallen lassen kann und hat, um die eigenen Bürger an der Ausreise zu hindern!

Auch erfuhren wir Interessantes über Fluchtversuche durch Kanäle und U-Bahn-Tunnel, woraufhin die DDR sofort mit dem Verbarrikadieren aller „Schlupflöcher" begann. Doch trotz aller Versuche, die Menschen gegen ihren Willen festzuhalten und aller Gegenmaßnahmen, die gesetzt wurden, konnten auch der größte Bespitzelungsapparat und die restliche Aufwendung des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) den Fall der Mauer am 9. November 1989 nicht verhindern. „Alles, was gegen die Natur ist, hat auf Dauer keinen Bestand", äußerte bereits Charles Darwin. – Recht hatte er!

Holocaust-MahnmalDoch wir tauchten auch noch weiter ein in die deutsche Geschichte, zu einem schrecklichen Kapitel, das bis heute Europa und die restliche Welt tangiert – die Rede ist von den Judenverfolgungen und -pogromen im Dritten Reich. Hierzu begaben wir uns in das Jüdische Museum, auf eine Reise durch die Vergangenheit, Gegenwart und in Zukunft
des Judentums. 

Nach diesem interessanten und informativen Ausflug steuerten wir das NS-Dokumentationszentrum an. Durch die Hitze veranlasst, gestaltete sich die Führung durch das betonbebaute Zentrum für viele anstrengend, doch die Informationen unseres fachkundigen und äußerst kompetenten Touristenführers waren umfassend sowie zum Nachdenken anregend. 

Anschließend stand uns der restliche Nachmittag und Abend zur freien Gestaltung, einige erkundeten die Innenstadt, manche gingen shoppen und die nächsten verweilten bis weit nach Sonnenuntergang im Herzen Berlins, am Brandenburger Tor, in Restaurants und Grünanlagen.

Checkpoint CharlieNach einer kurzen Nacht standen uns weiter Höhepunkte bevor: wir unternahmen eine Stadterkundung per Bus – sehr Beine schonend nach so viel „urbanem Wandern" – besuchten den Checkpoint Charlie, sahen das Nikolaiviertel samt zugehöriger Kirche, bestaunten die ansässigen Botschaften, wobei sich die österreichische als wenig ansprechend entpuppte, und genossen nach einigen Empfehlungen wahlweise Döner oder Currywurst mit Pommes oder gleich beides.
Mustafas Gemüse-DönerKulinarisch waren wir übrigens bestens versorgt, morgens mit Frühstücksbuffet, mittags mit einer Vielzahl an preiswerten Wahlmöglichkeiten an der Mensa der Uni und abends je nach Typ verschieden mit Fastfood oder eben Gesundem.

Doch nicht nur kulinarisch erlebten wir eine abwechslungsreiche Woche, auch das Programm war informativ, ohne jedoch zu überfordern. Es gab stets eine Vielzahl an Wahlmöglichkeiten, wir durften in (Klein-)Gruppen wahlweise mit Prof. Karner das Olympiastadium oder mit Prof. Decker das KaDeWe (Kaufhaus des Westens), in Schülergruppen Museen und Stadtviertel sowie versteckte Sehenswürdigkeiten erkunden. Dies führte schlussendlich auch dazu, dass jede/r ihre/seine eigenen Eindrücke sammeln konnte und ein ganz persönliches „Berlin-Bild" vor Augen hat. Olympia-Stadion

Im Namen der Klassen 7A und 7C möchte ich mich bei den Professoren Karner und Decker für diese unvergessliche Berlin-Woche bedanken! :)

Christian Filko

 

... Und falls sich jemand fragen sollte, wie wir nach Wien gekommen sind – mit dem Zug natürlich, aber das ist eine Geschichte für sich! ...Sonnenuntergang beim Reichstag

Fotos: Matthias Balmetzhofer 

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